Stirbt der lokale Einzelhandel in der Fläche? Überleben nur noch die Filialen großer Marken in den Einkaufsmeilen der Großstädte? Dieses Szenario scheint nicht mehr als zu weit entfernt, denn unsere Recherchen und Erfahrungen zeigen, dass viele kleine Einzelhändler in den Vororten der Großstädte und den Gemeinden im Land bereits aufgegeben haben. Noch nicht einmal exzellente staatliche Zuschussprogramme, wie DigiHandel in NRW helfen den stationären Einzelhandel aus der digitalen Apathie zu locken.

Reichen 12.000 € Zuschuss aus, um den stationären Handel in NRW vom Internet zu überzeugen?

DigiHandel ist ein spezielles Förderprogramm im Land NRW. Der stationäre Einzelhandel wird vollumfassend bei den ersten digitalen Schritten oder der weiteren Professionalisierung der digitalen Strategie unterstützt. Ein Programm mit einer Förderquote von 90% für Beratung, Realisierung, Training und Investitionen in Technik und Software. Eigentlich eine ideale Ausgangssituation für jeden Einzelhändler in NRW – unsere Erfahrungen zeigen leider; auch hier dominieren die Vorbehalte gegen das Internet und vor allem die alten Glaubenssätze.

DigiHandel – Mehr digitale Sichtbarkeit für besten Schutz vor Insolvenz

Fehlende Sichtbarkeit ist einer der Hauptgründe für das Horrorszenario menschenleerer Einkaufszeilen in unseren Dörfern, Gemeinden und Mittelzentren. Dabei scheint doch das Interesse der Bevölkerung, den lokalen Handel zu stützen und damit einen wertvollen Beitrag zum Erhalt unserer Innenstädte zu leisten, seit langem nicht so groß gewesen zu sein.

Viele Kunden versuchen den lokalen Handel mit ihren Käufen zu unterstützen, doch wird das am Ende ausreichen? Wohl eher nicht, denn es fehlt an digitaler Sichtbarkeit, um vor allem neue Kunden in den stationären Einzelhandel zu locken.

DigiHandel – Zeichen setzen für lebendige Innenstädte

Die Chancen dafür stehen schlecht und das liegt nicht nur an der unzureichenden Förderung durch den Staat. Natürlich könnte das lokale Gewerbe durch einfachste Mittel unterstützt werden. Was spricht dagegen, dass inhabergeführte Unternehmen auch am Sonntagen öffnen ohne hierfür einen verkaufsoffenen Sonntag zu beantragen?

In unserem kleinen Zentrum beispielsweise haben wir eine Eisdiele, die an Sonntagen durch Massen von Menschen überlaufen wird. Genau daneben drei Einzelhändler, die ihre Geschäfte nicht öffnen dürfen. Da, wo sich in der Woche vielleicht wenige hundert Menschen über den Tag aufhalten, sind es an Sonntagen weit über 2.500 Besucher, die sich in der Eisdiele die Klinke in die Hand geben oder am Verkaufstresen die Füße in den Bauch stehen.

Leider dürfen an diesen hochfrequentierten Tag weder die kleine Boutique, die Buchhandlung noch der Spielzeugladen seine Türen öffnen. Dabei würden genau an diesen Tagen mit hoher Wahrscheinlichkeit nur die Inhaber selbst den Verkauf leiten und kein Angestellter seinen Sonntag im Laden verbringen.

Manche stöhnen über unzureichende finanzielle Förderung – doch auch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Mehr staatliche Zuschüsse zum Überleben reichen nicht – was es braucht ist eine Anschubfinanzierung, damit die kleinen Einzelhändler den Schritt in die digitale Realität nun endlich wagen.

Internet und Co für mehr Sichtbarkeit des lokalen Handels

Internet und lokaler Handel sind schon lange kein Widerspruch mehr. Internet und lokaler Handel ergänzen sich hervorragend, wenn man mit der richtigen Strategie loslegt. Doch genau hier fehlt es an Erfahrungen und Hilfen für den Einzelhandel.

Was interessiert mich ein Käufer in Australien?

Genau das war einer der Sprüche, die ich zu hören bekam als ich eine Einzelhändlerin das Programm DigiHandel vorstellte. Ihre Angst bestand vor allem darin, dass eventuell ein Käufer aus dem Ausland oder von mir aus dem 15 km entfernten Düsseldorf bei ihr ein paar Schuhe bestellt und diese dann ohne Karton zurücksendet.

Alle Versuche, ihr zu erklären, dass es darum bei einem Webshop nicht geht, sondern durch die Website, den Webshop oder durch diverse Aktivitäten auf den sozialen Medien lediglich ihr Angebot für lokale Kunden sichtbarer werden sollte, scheiterten am Unverständnis. Internet ist gleich Amazon oder Zalando und geht nur weltweit.

Ich habe doch schon einen Webshop und der bringt gar nichts

Eine Buchhändlerin aus Passion hat ihren Buchladen mit großer Hingabe und über die Jahre zu einem Ort der Begegnung ausgebaut. Vor allem Frauenliteratur, die Geschichten starker und erfolgreicher Frauen haben es ihr angetan. Das Fachwissen über die feministische Literatur ist phänomenal – ihr Shop hingegen ist der Standard-Libri Shop – ohne Herz und ohne Esprit. Ihr digitales Schaufenster ist ungefähr so interessant wie der Krabbeltisch bei Mayersche Buchhandlung oder Thalia.

Ihr echtes Schaufenster hingegen ist eine Inspiration für alle Menschen, die gute Geschichten von starken Frauen lieben. Wie einfach wäre es, ihre Mission und ihre Kompetenzen im digitalen Schaufenster zu präsentieren. Wie viele hunderte, vor allem weibliche Kunden, die ggf. am Sonntag mit der Familie auf ihr Eis warten, würden genau in der Wartezeit über die sozialen Medien mehr über den kleinen Buchhandel und ihrer eindrucksvollen Inhaberin erfahren? Soziale Medien und lokale Sichtbarkeit gehen heute Hand in Hand.

Zum Abschluss – Mit DigiHandel jetzt erfolgreich starten

Aktuell bietet NRW mit dem Programm DigiHandel genau solchen Einzelhändlern ideale Start- und Wachstumschancen. DigiHandel fördert Smart Service für Smart Cities mit einem Zuschuss von 12.000 €. 90 % der Investitionen für Beratung, Realisierung, Training und selbst die Kosten für Software und Technik werden durch den staatlichen Zuschuss gefördert. Von den derzeit rund 100 Einzelhändlern, mit denen wir gesprochen haben, sind es gerade mal drei bis fünf, die bereit sind, ihre Chancen durch Smart Services im Internet zu nutzen.

 

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Udo Kiel | ZuschussHelden.de – Ein Projekt der H-Faktor GmbH

 

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